Gelungenes Museumsprojekt

16. 03. 25
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Man nehme interessierte Schüler und ebensolche Lehrerinnen und fahre nach Berlin.

23 Schüler aus den Klassen 9,11 und 12 besuchten am 14.3. die Ausstellung "Kunst aus dem Holocaust" im Deutschen Historischen Museum. 100 Werke aus der Gedenkstätte Yad Vashem wurden dort gezeigt. Die überwiegend grafischen Blätter stammen von jüdischen Häftlingen aus verschiedenen Konzentrationslagern, Arbeitslagern und Ghettos. Von den 50 präsentierten Künstlern fielen 24 dem nationalsozialistischen Regime zum Opfer. Mit ihren Werken widersetzten sie sich der fortschreitenden Entmenschlichung. Kleine Porträts, ergreifende Darstellungen von Elend und Tod in den Lagern, aber auch imaginäre Gegenwelten wirkten auf uns, ohne interpretiert werden zu müssen. Auch einige intensiv farbige Malereien zogen unsere Aufmerksamkeit an.
Dann begaben wir uns in eine zweite Sonderausstellung des Museums mit dem Namen "Relikte des kalten Krieges". Der niederländische Fotograph Martin Roemers entschied 1997, sich auf eine fotografische Spurensuche nach dem Ost-West-Konflikt zu begeben. Was bleibt nach einer Aufrüstung zweier sich antagonistisch gegenüberstehenden Systeme? Überwucherte Bunkerankagen, Raketenrampen, rostende Panzer, verfallene Kasernen, vergilbte agitatorische Wandbilder - und das auf beiden Seiten. Durch diese Ausstellung wurden wir durch einen jungen Museumspädagogen geleitet, der uns sowohl die geschichtlichen Hintergründe als auch die ästhetische Wirkung der Fotografien näher brachte.
Abschließend trafen wir uns im Zillemuseum, welches 1999 auf Initiative eines Urenkels des Künstlers Heinrich Zille gegründet wurde. In seinem grafischen Werk stellt Zille die Verhältnisse in den Arbeitervierteln der Kaiserzeit und der 1920iger Jahre dar- direkt, ironisch und humorvoll. "Pinselheinrich" war ein Berliner Zeichenr und liebte sein "Miljöh". Ein kleines feines Museum mit authentischem Flair und einem Orginalfilm, kommentiert noch von Zille persönlich.
Viele Einfrücke, die mit einem kleinen Unkostenbeitrag sehr gut aufgewogen waren.
Jana Hartwig und Edda Förster