Teil 2

12. September

Heute Vormittag begaben wir uns weiter auf Spurensuche:

Annegret erzählte die Geschichte des jüdischen Friedhofs, und sichtlich ergriffen erkundete Susan den Ort, an dem ihre Urgroßmutter Mathilde Löwenberg als letzte Jüdin Warens unter schlimmen Begleitumständen im September 1938 beigesetzt und der am 10. November 1938 geschändet worden war. Danach machten wir Zwischenhalt in der Medienwerkstatt RAAbatz und beschauten schon einmal die Lokalität, wo der Film dann produziert werden soll. Auf dem Hof war es auch dank Lisas Cupcakes sehr gemütlich – ein Wort, für das es im Englischen kein Äquivalent gibt. Also lernten es unsere Gäste – ganz schön mühsam - auszusprechen. Danach ging es zum Synagogengedenkstein, wo Henrike über die Geschichte der Synagoge und ihre Zerstörung informierte. Toll, dass die Schrift auf dem Stein gerade erneuert war! Schließlich suchten wir die Marienkirche auf, und auch diese beeindruckte unsere Gäste sehr. Von 15:00 bis 20:00 Uhr hatten wir dann eine echt harte Arbeitsphase. Nele und Moritz stellten Susan Fragen zu Gerdas Leben, ihrem schwer verständlichen Schweigen gegenüber ihrer Tochter Susan, ferner nach der Bedeutung der Ereignisse von damals für Susan und für die junge Generation. Schließlich ging es auch um die neuesten Forschungsergebnisse zu Gerda Loewenbergs Umfeld und unseren Umgang damit. Es war unglaublich spannend, ergreifend, ehrlich und offen und deshalb unvergesslich. Und auch heute wieder: das ganze Team war klasse, und besonders danken wir wieder Clare Lewis für ihre Unermüdlichkeit beim Übersetzen dieser vielfach so schweren Fragen und Inhalte.

Life belongs to the Living - Präsentation der Ergebnisse

 Sonntag, 17.Mai 2015

 

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Montag, 18.Mai 2015

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Dienstag, 19.Mai 2015

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Die Präsentation des Films - Höhepunkt des Projekts

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weitere Bilder hier

7.Juli 2015 

Der Bürgermeister der Stadt Waren, Herr Möller, hatte uns beim Projektabschluss am 19. Mai versprochen, uns noch einmal die Möglichkeit zu geben, unser Projekt den Schulen und einer allgemeinen Öffentlichkeit vorzustellen. Am 7. Juli war es soweit: Wir zeigten ab 9:30 Uhr die Ausstellung im Foyer des Bürgersaals, und in zwei Veranstaltungen – 10 Uhr für die Schulen und 18 Uhr für alle interessierten Menschen - informierten wir über unser Projekt und zeigten den Film GERDAS GEHEIMNIS.

Wir hatten uns für das Vorprogramm ein Anspiel überlegt: Ausgangspunkt unseres Projektes war ja das Geburtstagsbild: Gerda Löwenberg feiert mit  jüdischen und nichtjüdischen Kindern am 20. Juli 1930 in Waren ihren 8. Geburtstag. Eigentlich etwas ganz Alltägliches. Wenn da nicht die Tatsache wäre, dass 15 Jahre später 5 Kinder (und der Fotograf) nicht mehr am Leben wären. Wir stellten diese Geburtstagsszene nach, Herr Nowak spielte den Fotografen, der dieses Geburtstagsbild macht. Dann erstarren alle. Der Fotograf – 1930 Gerdas Vater Max Löwenberg – zieht sich eine schwarze Jacke an und verlässt schweigend die Bühne. Ihm folgen 5 weitere Kinder in gleicher Weise. Es bleiben die 6 Überlebenden zurück… - diejenigen, denen wir unsere Ausstellung gewidmet haben, als Hauptperson Gerda Löwenberg, die Hauptperson unseres Films und gesamten Projektes.

Das Feedback der Besucherinnen und Besucher war durchweg positiv. Die Einträge im Gästebuch der Ausstellung und viele Komplimente, die wir bekamen, zeugen davon. Und am meisten freuten wir uns, dass die Schülerinnen und Schüler der 8. und 9. Klassen unseres Gymnasiums und der Warener Regionalschulen so konzentriert dem Geschehen folgten, dass man eine Stecknadel im Bürgersaal hätte fallen hören können. Aber dass auch Schüler älterer Klassen aus freien Stücken gekommen sind, Eltern und Großeltern, auch Menschen, die schon am 19. Mai dabei gewesen waren, und zahlreiche andere Menschen aus Waren, aber auch aus anderen Städten, u. a. Berlin.

Susans Reaktion auf unsere Präsentation (e-mail):

I congratulate you on another successful presentation! You have contributed so much to the students and the community by telling the story of the Lowenbergs. This will help more and more people realize that silence and secrets have no place in a just society. Your dedication to this project is amazing and inspiring.

Best wishes,

Susan

Nurit und Moshe schrieben aus Tel Aviv (e-mail):

Thank you for informing us about the process which is going on. I am impressed and happy at the same time. Impressed because it has such an impact, and happy that people take part of the knowledge about what happened.

Nurit and Moshe, Israel.

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